mieten studie brandenburg isabelle vandre

Unsere Studie hat gezeigt: Mieten in ganz Brandenburg sind zu hoch!

Die Mieten sind in erschreckendem Maß zu hoch für die meisten Menschen in Brandenburg – und das nicht nur in Berlin-Nähe. Das ist das Fazit einer Studie zu Mieten und Wohnen in Brandenburg, die ich im Mai 2024 mit der Linksfraktion im Brandenburger Landtag veröffentlicht habe. Die Studie, verfasst von Rosa Schick, Kaspar Metzkow, Andrej Holm und Valentin Regnault, untersucht die Entwicklung der Bevölkerung, der Einkommen und vor allem der Versorgung mit bezahlbarem, sozialem Wohnraum. Sie betrachtet sowohl allgemeine Trends als auch ausgewählte Kommunen und macht Empfehlungen für politische Maßnahmen.

Jetzt, wo ich nicht mehr im Brandenburger Landtag, sondern im Bundestag sitze, werde ich weiter für bezahlbaren Wohnraum für alle kämpfen. Die Studie von letztem Jahr hat deutlich gemacht: Die Mietenkrise betrifft nicht nur Großstädte, sondern ist auch in einem Flächenland wie Brandenburg erschreckend präsent. Die Mietpreissteigerungen sind bis in die Uckermark, die Prignitz oder die Lausitz spürbar, der Bedarf an sozialem Wohnraum übersteigt das bestehende Angebot massiv. Neben einem bundesweiten Mietendeckel braucht es jetzt konkrete mietenpolitische Maßnahmen, die es ermöglichen, auf die Bedarfe der Regionen zielgerichtet einzugehen. Generell gilt: Wohnen muss dem Markt entzogen werden! Mit Grundbedürfnissen, wie einem Dach über dem Kopf, darf niemand spekulieren und Profit machen dürfen. Wir streiten daher gemeinsam mit den gemeinwohlorientierten Akteuren für dauerhaft stabile Mietpreise und Wohnraum, der den Bedürfnissen seiner Bewohner:innen entspricht.

Hier sind die wichtigsten Fakten zusammengefasst:  

1.) Über den Zeitraum der letzten zehn Jahre sind die Angebotsmieten (nettokalt) kontinuierlich angestiegen. Lag die durchschnittliche Angebotsmiete 2013 noch bei 5,17 Euro, stieg sie bis 2023 auf eine Höhe von 8,12 Euro pro Quadratmeter (nettokalt). Das entspricht einer Steigerung um 2,96 Euro und damit um 57% (Immoscout 2023). Dabei waren die Mieten im Umland Berlins stets höher als im Rest Brandenburgs. Die Steigerungen weiten sich im Laufe der Jahre immer mehr über das gesamte Bundesland aus und betreffen auch Kreise und Städte außerhalb des Berliner Umlands.

2.) Über 430.000 Haushalte in Brandenburg (34,1 %) sind auf Mietkosten unterhalb von 600 Euro im Monat angewiesen. Weitere knapp 315.000 Haushalte (24,8 %) sollten nicht mehr als 900 Euro pro Monat für das Wohnen ausgeben, um die Leistbarkeitsgrenze nicht zu überschreiten. // Fast 290.000 Haushalte sind von Ihrem Einkommen auf Mieten von maximal 10 €/m² (bruttowarm) angewiesen, um die Grenze der Leistbarkeit (max. 30 % Mietkostenbelastung) nicht zu überschreiten. Abzüglich der Betriebs- und Heizkosten entspricht das einem Quadratmeterpreis von maximal 6,82 €/m² (nettokalt).

3.) Die durchschnittliche Bruttokaltmietbelastung betrug 2022 in Brandenburg 25,3 %, die Bruttowarmmietbelastung lässt sich auf etwa 2 % schätzen. Für Haushalte, die 2019 oder später in ihre Wohnung gezogen sind, lag die durchschnittliche BKB mit 27,5 % über zwei Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt (Statistisches Bundesamt 2024c). Für armutsgefährdete Haushalte, welche etwa 14 % der Bevölkerung ausmachen, lässt sich sogar eine Steigerung der mittleren Mietbelastung von 31 % auf 33 % verzeichnen. Das heißt zum einen, dass die Hälfte aller armutsgefährdeten Haushalte sogar mehr als ein Drittel ihres Einkommens für die Bruttokaltmiete aufwenden muss und zum anderen, dass der tatsächlich aufzuwendende Anteil (also mit Heiz- und Warmwasserkosten) noch darüber liegt (Amt für Statistik Berlin Brandenburg 2023e).

4.) Den etwa 260.000 sozialwohnungsberechtigten Haushalten (20,4 % aller Haushalte) im Land Brandenburg stehen nicht einmal 20.000 Sozialwohnungen (1,6 % aller Wohnungen) gegenüber.

5.) 430.000 Haushalte in Brandenburg (34 %) müssen mit einem monatlichen Einkommen von maximal 2.000 Euro auskommen und sind auf günstige Mieten angewiesen. Das soziale Mietwohnungssegment aus der Summe von Belegungsbindungen, kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungen  beträgt landesweit nur 270.000 Wohnungen (19 %). Um langfristig allen Haushalten eine leistbare Miete zu sichern, müsste der Bestand an Wohnungen, die nach sozialen Kriterien vergeben und bewirtschaftet werden, um mindestens 150.000 Wohnungen ausgeweitet werden.

4.) Den etwa 260.000 sozialwohnungsberechtigten Haushalten (20,4 % aller Haushalte) im Land Brandenburg stehen nicht einmal 20.000 Sozialwohnungen (1,6 % aller Wohnungen) gegenüber.

5.) 430.000 Haushalte in Brandenburg (34 %) müssen mit einem monatlichen Einkommen von maximal 2.000 Euro auskommen und sind auf günstige Mieten angewiesen. Das soziale Mietwohnungssegment aus der Summe von Belegungsbindungen, kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungen  beträgt landesweit nur 270.000 Wohnungen (19 %). Um langfristig allen Haushalten eine leistbare Miete zu sichern, müsste der Bestand an Wohnungen, die nach sozialen Kriterien vergeben und bewirtschaftet werden, um mindestens 150.000 Wohnungen ausgeweitet werden.