- 01.01.2026
Pressemitteilung: Bundesregierung bekräftigt: Kein Geld für Betrieb der Garnisonkirche
Die Bundesregierung beabsichtigt keine weitere finanzielle Förderung der Stiftung Garnisonkirche Potsdam. Das geht aus Antworten der Bundesregierung auf schriftliche Fragen der Potsdamer Bundestagsabgeordneten Isabelle Vandre (Die Linke) hervor.
Konkret heißt es: „Es ist keine weitere Förderung mit Bundesmitteln beabsichtigt“ und
„Es liegt in der Verantwortung der Stiftung, die Finanzierung des Betriebs dauerhaft
sicherzustellen und etwaige Finanzierungslücken zu schließen. Die Bundesregierung
beteiligt sich nicht an den Betriebskosten“.
Dazu erklärt Isabelle Vandre:
„Der Plan des Stiftungsvorstandes, die langfristigen Finanzierungslücken mit
Steuergeld zu stopfen, ist wie ein Kartenhaus in sich zusammengefallen. Der Bau der
Kirchenturmkopie war von Anfang an von falschen Versprechungen und der
Täuschung der Öffentlichkeit geprägt. Erst hieß es, der Wiederaufbau trage sich im
Wesentlichen von selbst. Der Bund müsse nur eine Anschubfinanzierung leisten,
dann würden die Spenden schon sprudeln. Am Ende musste doch der Bund den
Löwenanteil tragen.
Und jetzt stellt sich heraus: Auch der Betrieb ist dauerhaft nicht finanzierbar. Offenbar
wurde mit zu hohen Besucher:innenzahlen kalkuliert und Betriebskosten
kleingerechnet. Jetzt wieder nach öffentlichen Geldgebern zu rufen ist dreist und
realitätsfremd. Ich begrüße daher, dass die jetzige Bundesregierung keine weiteren
Steuergelder in diesem Millionengrab versenken will. Vor dem Hintergrund, dass die
Stiftung schon den Betrieb der Turmkopie aus eigenen Mittel nicht dauerhaft
sicherstellen kann, muss sie alle Planungen für einen Kirchenschiff ein für alle Mal
aufgeben und damit dem Rechenzentrum eine dauerhafte Perspektive gewähren.
Außerdem ist an der Zeit, dass die Stiftung endlich alle Zahlen und Fakten auf den
Tisch legt! Und zwar nicht für neue Steuermillionen, sondern weil sie es der
Öffentlichkeit schuldig ist.“
Hintergrund:
Zum Jahresende wurde offensichtlich, wovor die Kritiker:innen des Wiederaufbaus
der Garnisonkirche in Potsdam lange warnten: Die Garnisonkirchenstiftung lag auch
bei der Prognose der Besucher:innenzahlen falsch. Statt der geplanten 80-90.000
Besucher:innen jährlich, besuchten lediglich 30.000 Menschen im vergangenen Jahr
die Kirchturmkopie. Die Folge ist ein Minusgeschäft, das durch die Evangelische
Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz mit 250.000€ bezuschusst
werden musste. Pfarrer Jan Kingreen erklärte nun, dass 2026 „das Jahr der
Entscheidung“ für die Garnisonkirsche würde. Er kündigt an Gespräche mit dem
Bund suchen zu wollen.